alte Schule
#1
Da bereits das eine oder andere Indiestudio auf dem Weg ist die Patrizier-Lücke zu füllen, möchte ich noch einmal hier die Richtung die GAM eingeschlagen hat diskutieren.

Vorneweg, es gab viel Trolle, die Kritik geäußert haben die vor allem unter die Gürtellinie ging und sonst nichts. Ich denke, dass dies ein Mitgrund dafür ist, dass es kaum konstruktive Diskussion zum Spiel gab.

Mit der Erwartungshaltung eines Port Royal 3 oder Patrizier 4 hinkt GAM bezüglich Spieltiefe meiner Meinung nach weit hinterher.
Das ist nichts Neues und ist nun mal so.

Auf der anderen Seite, was kam hinzu? Multiplayer, Playstation Spielbarkeit, Grafik, Kampfsystem

Nun bin ich eher von "alter Schule" und habe die Spielelemente, vor allem die im Lategame, von P4 und PR3 sehr schätzen gelernt(Aufstieg Bürgermeister und dann Hansemissionen, etc). Da ich nicht ganz alter Schule bin als die Vorgänger von P4 und PR3 nicht gespielt habe kann ich dies folgende nur vermuten. Die Missionen und Ämter die man verdienen und bedienen muss sind irgendwo auch Kern dieses Spiels, welche immer wieder neue Ziele und Möglichkeiten geboten haben.

Aus dieser Annahme ergeben sich nun für mich einige Fragen:
Was war der Grund der Neuinterpretation dieses Handelsgenre?(Ist schon klar das ist ein Globalstrategiespiel, aber die Kernidee mit den Händlern ist immer noch die selbe)
Weiters würde mich interessieren ob die Entscheidung für Playstation eine reine markttechnische war?(dass mit der Playstaion komplexere Spielelemente nicht in großem Umfang möglich ist, ist offensichtlich)
Und zu guter letzt würde ich noch gerne wissen ob jemand irgendetwas von gaming minds gehöhrt hat, vor allem etwas von dem Stil der kommenden WiSims? Irgend ein Anzeichen das man sich der Kernkompetenzen der "alten Schule" besinnt?

lg
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#2
Welche Indiestudios meinst du, bzw. welche Spiele?

In Richtung Port Royale und Patrizier wird hier im Forum von offizieller Seite aus leider nur geschwiegen. Sad
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#3
(07-12-2016, 10:11 PM)derdeswegen Wrote: 1) Da bereits das eine oder andere Indiestudio auf dem Weg ist die Patrizier-Lücke zu füllen, möchte ich noch einmal hier die Richtung die GAM eingeschlagen hat diskutieren.

2) Vorneweg, es gab viel Trolle, die Kritik geäußert haben die vor allem unter die Gürtellinie ging und sonst nichts. Ich denke, dass dies ein Mitgrund dafür ist, dass es kaum konstruktive Diskussion zum Spiel gab.



Aus dieser Annahme ergeben sich nun für mich einige Fragen:
3) Was war der Grund der Neuinterpretation dieses Handelsgenre?(Ist schon klar das ist ein Globalstrategiespiel, aber die Kernidee mit den Händlern ist immer noch die selbe)
Zu 1) Welche Spiele sprichst Du da an?

Zu 2) Das stimmt so nicht, es gab sehr, sehr viel konstruktive Kritik, speziell im Vorfeld zum Release. Aber da war "die Messe gesungen" - wie es so schön heißt. Viele (ich incl.) haben sich auf so ein Spiel sehr gefreut und vorallem von diesem Studio, denn deren Spiele waren vor 20 Jahren echte Schmankerl. Bedauerlicherweise bekommen Spieler nur "Fertiggerichte" präsentiert - friss, oder lass es. Und wenn auf der Speisekarte "Medieval" draufsteht, erwartet man auch, dass es danach schmeckt. Tut es aber nicht. Train Fever macht das selbe und nur weil paar Burgen in der Landschaft rumstehen ist das keine Mittelalterimmersion. Das konnten andere Spiele schon vor 20 Jahren besser.

3) Mein persönlicher Eindruck: Da gab es diese alte Idee "Patrizier/Port Royal/Rise of Venice" und die Aufgabenstellung war: Auf Europakarte übertragen und mit geringem Aufwand irgendwas basteln, womit man marketingblendend an z.B.  "Grand Age Rom" anknüpfen kann und so ähnliche Erwartungshaltung wie an ein "Medival total War" projezieren kann. Die Exeldatei "Handel" war wohl auch noch vorhanden - nehmen wir also die, schreiben sie etwas um - bon, passt.

Nicht falsch verstehen - ich will nichts schlechtreden sondern bin traurig und sauer, dass wieder mal eine Chance vertan wurde.
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#4
Ich möchte hier aus Respekt gegenüber den Forenbetreiber nicht Konkurrenzprodukte anpreisen. Aber ich denke, dass diese, wenn sie sich bewähren, sehr schnell ihren Weg in die WiSimCommunities bahnen werden. Ist ja nicht so, dass 8 Top Titel jedes Jahr diesen Markt überfluten.

Zu den konstruktiven Kritikern: Ich habe ein bisschen den Eindruck, dass diejenigen die sachlich kritik geäußert in der einen oder anderen Forumsecke verstaubt sind, sich in details verlaufen haben und kaum eine breitere "Forumsfront" gebildet haben "Gebt uns unsere Inhalte wieder!". Die Trolle hingegen haben vor allem das Bild der Steamforen geprägt. Vielleicht entstand dadurch dieser Eindruck, dass nur Schimpfereien geäußert wurden und die konstruktive Kritik völlig unterging.

3)Das Gefühl vor den Kopf gestoßen worden zu sein kann ich diesbezüglich auch nicht leugnen. Aber genau deswegen interessieren mich die Motive und Gründe für den Richtungswechsel.
Ich denke hier liegt vielleicht auch der Hund begraben. Wenn in mir die Richtungswechselfrage brennt und ich frage: Was hat euch den geritten?
Dann geht das schon auch irgendwo ins Persönliche und wenn sich das oft wiederholt kann man irgendwo auch nachvollziehen, dass dann die Kontaktfreudigkeit darunter leidet.
Vlt sollte man fragen: Was war die Idee? Was wollte man mit der und der Neuerung bezwecken? Bitte schüttet euer Herz darüber aus! Auf welche Richtung darf man in Zukunft hoffen.

Ich würde eine Antwort auf diese Fragen wirklich sehr begrüßen, da sich dann jeder ein besseres Bild machen kann, vor allem die die mit dem Richtungswechsel nicht so erfreut waren

Wenn zum Beispiel die klare Marschrichtung ist: alles auf Playstation und Xbox kompatibel, dann ist völlig belanglos was ich davon halte, aber zumindest wüsste ich wo ich stehe.....
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#5
(08-12-2016, 11:34 PM)derdeswegen Wrote: 1) Ich möchte hier aus Respekt gegenüber den Forenbetreiber nicht Konkurrenzprodukte anpreisen. Aber ich denke, dass diese, wenn sie sich bewähren, sehr schnell ihren Weg in die WiSimCommunities bahnen werden. Ist ja nicht so, dass 8 Top Titel jedes Jahr diesen Markt überfluten.

 Wenn in mir die Richtungswechselfrage brennt und ich frage: Was hat euch den geritten?

2) Vlt sollte man fragen: Was war die Idee? Was wollte man mit der und der Neuerung bezwecken? Bitte schüttet euer Herz darüber aus! Auf welche Richtung darf man in Zukunft hoffen.

3) Ich würde eine Antwort auf diese Fragen wirklich sehr begrüßen,  da sich dann jeder ein besseres Bild machen kann, vor allem die die mit dem Richtungswechsel nicht so erfreut waren
1) Da es wirklich "Neues" in der Spielebranche derzeit nicht mehr gibt und wir sicher alle auch in anderen Foren unterwegs sind, kann man bestimmt ohne Bedenken über jeden anderen Titel sprechen/schreiben. Jeder Publisher hat seine eigenen Ideen, welche Produkte er unterstützt, soweit ist das eine unternehmerische Entscheidung. Unternehmen haben Konkurenten, die zu kennen hilft doch, ebenso das Feedback einer Community auf diese Titel. Also meine ich: Nur zu!

2) Einfache Antwort: BWL. Wie in allen anderen Unternehmen auch. Derzeit jammern viele Studios öffentlich, dass selbst für "gute Spiele" der Abverkauf hinter den Erwartungen bleibt. Die zu erwartende Richtung dürfte klar sein, alles was sich irgendwie rechnet. Oder genauer, wovon man hofft, dass es sich rechnet. Risikokapital für ein größeres Projekt, was eventuelle den Markt bereichern würde, diese Zeiten sind in Deutschland vorbei, leider.

3) Richtungswechsel - würde es eher Vollbremsung nennen - hat hauptsächlich mit der gegenwärtigen Spieleflut zu tun.
Die Bigplayer drücken ihre Produkte mit gigantischem PR-Getöse in den Markt. Wer diese Kohle nicht hat, versucht mit viel Kleinklein und Mischkalkulation sein Glück. Die Zeiten, wo Spiele von Spielern für Spieler gemacht wurden sind vorbei, bzw. findet das in der Indiszene statt. Und selbst dort wird spitz gerechnet oder oft sogar nicht mal Kostendeckung erzielt - weil die Idee so toll war. Wink Über Zielgruppen und deren Spielverhalten hatten wir in anderen Threads dieses Forums schon geschrieben - ins Leere.

Alte Schule - o.k. hören wir dazu mal einem Insider zu...
https://soundcloud.com/andre-peschke/wal...spielt-hat
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#6
zu 2) nicht nur die absoluten Zahlen, sondern auch die erzielten Preise! Steam hat mit dauerhaftem Sale das Preisgefüge nachhaltig zerstört. Als Kunde mag man das auf der einen Seite gut finden. Andererseits, darf man sich dann auch nicht wundern, wenn kleinere Studios und Publisher hier mit dem spitzen Stift rechnen. Dazu kommt die allgemeine Wahrnehmung, das spiele bei Release immer schlechter werden. Viele warten ab und kaufen später, bzw. erst die Goldversion.
WiSims sind Nischentitel. Wenn ein Spiel wie P4 z.B. 200k Stück zum Release absetzt, sind das erst mal 8 Mio € Umsatz. Wie viel bleibt da am Ende beim Studio hängen? vielleicht 3 Mio €, wenn überhaupt. Damit musst Du aber über die Entwicklungszeit von 2-3 Jahren mehrere Mitarbeiter bezahlen, sowie Miete, Lizenzkosten, etc...
Das hat natürlich sehr viel mit BWL zu tun...

Bei GM ist es wenigstens so, daß ihre Spiele technisch sauber sind. Sicherlich gibt es bei dem ein oder anderen ein Problem, aber die Fehlermeldungen halten sich doch im Rahmen. Wenn man sich da sogenannte Blockbuster ansieht...da sitzen dann eher vernünftige Projektleiter am Tisch, die den Zeit- und Finanzierungsplan beherrschen und im Zweifelsfalle features gestrichen werden. Und nein...kostentechnisch gesehen sind 6 Monate mehr Entwicklungszeit ein no-go...

Ergebnis sind Spiele wie GAM, die sicherlich nicht so schlecht sind, wie sie gemacht wurden. Aber halt hinter den (zu hohen) Erwartungen der Kunden zurück blieben.

Wenn ich mir mein perfektes Spiel malen könnte, muss ich davon ausgehen, daß ein 50-Mann-Studio 4 Jahre daran bastelt und auf Grund der zu erwartenden Absätze (weil meine Vorlieben bestimmt nicht mehrheitsfähig sind Tongue ) mich 250€ kosten würde.

Persönlich wäre ich schon zufrieden, wenn in den nächsten Jahren die Qualität der Spiele wieder in einem erträglichen Rahmen ist. Denn das Projektmanagement ist bei vielen Firmen gefühlt nicht vorhanden. Wink
Lebe jeden Tag, als wäre es Dein Letzter! / Live each day as it would be your last!
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#7
Technisch sauber stimmt, das ist eine Eigenschaft die man beibehalten sollte.

Ob hohe Erwartungen oder knappes Budget, wenn sie ihre Ressourcen auf andere Foki verteilen und damit eine Nische freiräumen, darf mann sich nicht wundern wenn jemand die Nische besetzt. Konkurrenz wäre sicher angebracht, vlt lernt der Nischenbesetzer den Wert seiner Nische besser kennen.

Ich kann nur hoffen, dass gaming minds seit dem letzten GAM-Patch sich nur mehr den Kopf zerbricht wie man die wunderbare Grafik von GAM mit noch wunderbareren Spielmechaniken nutzt und einen wunderbaren neuen titel herrausbringt, welchen ihren guten ruf(zumindest bei mir) wiederherstellt. Ich verbleibe gespannt.....
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#8
@Dorimil
@derdeswegen

Dank Euch! Bin froh, dass nicht ich als ewiger Nörgler diese Wahrheiten geschrieben habe Wink Volle Zustimmung!!!

In einem Punkt wäre ich nicht so pesimistisch, was den Abverkauf eines Spieles betrifft, was "wir uns malen könnten".
Villeicht wäre der "Mainstream" überrascht, wie sich so ein Spiel verkaufen würde. Immerhin könnte ein Großteil des Marketingbudgets eingespart werden, es würde ohnehin darüber berichtet. Und Massen von Spielern würden aufatmen und denken: Endlich! Das hat ja ewig gedauert, bis die merken, für was wir (gern auch 80 Euro) ausgeben. Vor der Demo braucht sich der Entwickler ja dann auch nicht fürchten und, und, und. Frage bleibt: Wer traut sich und vor allem - wer kann das?

P.S. Da fällt mir ein, J. Reußwig (anno) war da vor paar Jahren an was dran, glaube - mit einem Tschechen. Ist aber darüber abgestorben. Sah nicht toll aus, hatte aber Potential zu einer von möglichen GAM-Erweiterungen...(nur als Bspl.)

Und hey, lese gerade: http://www.gamestar.de/specials/spiele/3...grund.html
Black Sea Studios steht zum Verkauf (Knights of Honour) Kalypso - da ist ein fehlender Baustein für GAM !!!!
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